Der blinde Wegweiser (Teil II) Oktober 27, 2009
Posted by lebedenislam in Für Muslime.Tags: Familie, Fitna
add a comment
So vergaß ich meine Freunde und den feierlichen Anlass und sagte Salim: „Sei nicht traurig. Weißt du wer heute mit dir in die Moschee geht?“
Er antwortete: „Bestimmt Omar! Aber er kommt immer zu spät“
So sagte ich: „Nein, heute gehe ich mit dir!“
Salim glaubte das nicht, er dachte ich verspottete ihn. Darum weinte er. Ich wischte ihm mit meinen Händen die Tränen weg, nahm seine Hände und wollte ihn mit dem Auto dahinfahren. Dies lehnte er ab und sagte: „Die Moschee ist nah, ich möchte dorthin laufen.“
Ich musste gestehen, ich wusste nicht, wann ich das letzte Mal in der Moschee war. Aber zum ersten Mal habe ich Furcht gespürt und Reue empfunden für die lange Zeit, die ich versäumt hatte. Die Moschee war gefüllt mit Betenden, aber ich konnte für Salim einen Platz in der ersten Reihe bekommen.
Wir hörten gemeinsam die Freitagspredigt (Khutba) und er betete an meiner Seite. Doch ich muss gestehen, ich war an seiner Seite, denn er war immer dort. Nach dem Gebet verlangte Salim noch einen Qur-an. Ich war erstaunt und fragte mich: „Wie will er lesen, er ist doch blind!“

Ich war nah dran seine Bitte zu ignorieren, doch aus Höflichkeit und aus Furcht seine Gefühle wieder zu verletzen, gab ich ihm einen Mushaf. Er bat mich im Mushaf Surat Al-Kahf zu öffnen. So begann ich im Qur-an herumzublättern bis ich ein Inhaltsverzeichnis sah und die Sure fand. Er nahm den Mushaf und legte ihn vor sich hin und fing an, die Sure mit geschlossenen Augen zu rezitieren.
Ich dachte: „Oh Allah! Er kann Surat Al-Kahf auswendig.“
Ich schämte mich und nahm auch einen Mushaf. Ich spürte, wie ich anfing zu zittern und rezitierte, so bat ich Allah (swt) um Vergebung und Rechtleitung, ich konnte es nicht ertragen, so dass ich wie ein Kind anfing zu weinen. Ich spürte, wie eine kleine Hand mein Gesicht berührte und meine Tränen wegwischte. Ich nahm ihn in die Arme und drückte ihn fest. Ich schaute ihn an und sagte:
„Nicht du bist blind, vielmehr war ich blind, als ich den Sündern hinterherlief und mich vielleicht mit ins Höllenfeuer gezogen hätte.“
Wir gingen nach Hause. Meine Frau war sehr aufgeregt und unruhig wegen Salim. Doch ihre Aufregung wandelte sich in Tränen um, als sie erfuhr, dass ich mit Salim beim Freitagsgebet war. Von diesem Tag an versäumte ich kein Gemeinschaftsgebet mehr und trennte mich von der schlechten Gesellschaft. So lernte ich neue rechtschaffene Menschen aus der Moschee kennen. Durch diese Menschen begann ich den Glauben zu spüren. Ich lernte durch sie viele Dinge, die ich vorher nicht kannte.
Keinen Unterricht, keine Sitzung und keine Gemeinschaftsgebete habe ich mehr verpasst. So habe ich mehrmals den Qur-an durchgelesen. Ich verknüpfte meine Zunge mit der häufigen Erwähnung Allahs, in der Hoffnung, dass er mir meine Ghiba und meine Verspottung vergeben würde. Ich spürte auch, dass die Nähe meiner Familie gewachsen war. Auch die Blicke meiner Frau aus Mitleid waren verschwunden. Das Lächeln meines Sohnes Salim trennte sich nicht mehr von seinem Gesicht. Ich vermehrte die Lobpreisung Allahs (swt) für seine Gaben.
Eines Tages beschlossen meine rechtschaffenen Freunde eine Reise zwecks der Da’wa anzutreten. Ich war unentschlossen. So machte ich Istikhara und beriet mich mit meiner Frau. Ich dachte, sie würde ablehnen, doch das Gegenteil war der Fall, was mich sehr erfreute. Sie ermutigte mich viel mehr dazu. Ich ging zu Salim und unterrichtete ihn darüber. So umarmte er mich und verabschiedete sich von mir.
Eine Zeit lang war ich nun außer Haus. In dieser Zeit nutzte ich jede Gelegenheit aus, um mit meiner Familie, die mir sehr fehlte, zu telefonieren. Besonders fehlte mir Salim. Doch immer wenn ich anrief, war er in der Moschee oder in der Schule. Und immer wenn ich meiner Frau gegenüber meine Gefühle zum Ausdruck brachte, wie sehr ich Salim vermisste, freute sie sich und lachte…
Bis auf das letzte Mal als ich anrief… Ich hörte sie erwartend nicht lachen und sagte ihr, sie solle Salim einen schönen Gruß ausrichten. Worauf sie sagte: „Inschallah!“, und dann war sie ruhig. Ich kehrte nach Hause zurück, klopfte an die Tür und wünschte mir, dass Salim mir die Tür aufmachte. Doch ich fand Khalid vor, der noch keine 4 Jahre alt war.
Ich trug ihn, doch er fing an zu schreien und sagte: „Baba, Baba.“
Ich wusste nicht, warum er sich so fest an meine Brust hielt, doch ich suchte Zuflucht bei Allah vor dem verfluchten Shaytan. Ich ging auf meine Frau zu. Ihr Gesicht war verändert. Ich betrachtete sie aufmerksam und fragte sie: „Was hast du?“
Sie sagte: “ Nichts“
Plötzlich fiel mir Salim ein und ich fragte: „Wo ist Salim?“
Sie senkte ihren Kopf und gab keine Antwort. Eine Träne fiel ihr aus dem Auge.
Ich schrie sie an: „Wo ist Salim?“
Doch ich hörte nur die Stimme von Khalid, der sagte: „Salim ist im Paradies bei Allah.“
Meine Frau konnte die Situation nicht ertragen und brach in Tränen aus. Ich verließ das Zimmer. Später habe ich erfahren, dass Salim zwei Wochen bevor ich nach Hause kehrte Fieber bekommen hatte. Meine Frau hatte ihn ins Krankenhaus gebracht. Doch das Fieber verließ ihn nicht mehr, bis seine Seele seinen Körper verließ.
Liebe Geschwister im Islam: Wichtige Punkte aus dieser Geschichte sind u. a.:
- Die vergeudete Zeit in schlechter Gesellschaft
- Die vernachlässigte Ehefrau
- Die Ungerechtigkeit gegenüber den Mitmenschen
- Die Vernachlässigung der Rechte seines Sohnes und seiner Frau
- die geduldige rechtschaffene Frau, die liebende fürsorgliche Mutter,
- rechtschaffenen Kinder
- Eine Einsicht und die Reue, ausgelöst durch seinen Sohn
- Die Liebe zu seinem Sohn
- Der Verlust seines Sohnes
Meine lieben Geschwister! Trotz der vergeudeten Zeit und der Vernachlässigung seitens des Mannes, war seine Frau eine rechtschaffene Frau; sie war so stabil, ihr Glaube so groß, dass sie diese Familie aufrechterhalten hat. Außerdem hat seine Frau ihn immer unterstützt und ihn nie aufgegeben. Diesbezüglich sagte der Prophet(s):
„Diese Welt ist eine genügsame Welt oder eine Gabe und die beste Gabe in dieser Welt ist eine rechtschaffene Frau.“
Aus dieser Geschichte kann maschallah jedes Familienmitglied lernen, Möge Allah(swt) uns allen hierbei helfen. Amin!
Wie sich eine Perle entwickelt (Teil V) Oktober 24, 2009
Posted by lebedenislam in Für Muslime.Tags: Fitna, Muslima
add a comment
Liebe Schwester, nach all dem;
frag einen Nicht-Muslim was er noch von dir will.
Will er dass du emanzipiert und befreit bist?
Befreit von was?!
Von Allah und seinem Gesandten?
Vom Qur’an und der Sunnah?
Von Jannah?
Von dem Diin, den Allah für dich ausgewählt hat?
Und was gibt er dir als Gegenleistung?
Fröhlichkeit??
Bei Allah, ihm gebührt es nicht Fröhlichkeit zu geben.
Wird er dir Liebe geben und dich vor der Strafe im Grab, vor den Höllenwächtern und vor dem Tod schützen?
Warum wollen sie junge, schöne Frauen emanzipieren?
Warum wollen sie nicht die Senioren emanzipieren?
Warum emanzipieren sie nicht die Ureinwohner Amerikas?
Warum befreien sie nicht ihre Häftlinge?
Warum besteht ihre Zielgruppe aus jungen, dünnen und großen Frauen (ihre Definition von Schönheit), im Alter zwischen 13-28?
Und warum ist ihr erster Aufruf, dass du dein Hijab ausziehen sollst?
Die Geduld (Teil I) Oktober 23, 2009
Posted by lebedenislam in Akhlaq.Tags: Fitna, Mu'min, Sabr, Standhaftigkeit
add a comment
Der Gesandte Allahs (s) verspricht den Standhaften einen hohen Lohn, der sich im Wohlgefallen von Allah ausdrückt und warnt den Ungeduldigen vor dem Zorn Allahs, indem er sagt:
“Wenn Allah, der Erhabene, das Volk liebt, prüft er es.
Wer sich nun zufrieden gibt, dem steht das Wohlgefallen (von Allah) zu, und wer zürnt, dem wird der Zorn (von Allah) zuteil.”
(von Ibn Majah überliefert)
____________________________________________________________________________________________
Der Gesandte Allahs (s) sagte: “Die Lage des Gläubigen ist wahrlich erstaunlich.
Jeder Zustand ist gut (für ihn) und keinem anderen außer dem Gläubigen wird dies zuteil.
Trifft ihn etwas Erfreuliches und er dankt dafür, so ist es gut für ihn.
Trifft ihn etwas Unerfreuliches und er zeigt sich darin standhaft, so ist (auch) dies gut für ihn.”
(von Muslim überliefert)
Sei dankbar, wenn Dir Gutes widerfährt, und setze die Gaben in rechtschaffener Weise ein und bleibe darin geduldig!
Zu den Prüfungen gehört auch, dass der eine oder andere mehr an Vermögen, Versorgung, Kindern, Gesundheit, Wissen und desweiteren bek
ommt.
Bemühe Dich aufrichtig um Standhaftigkeit und bitte Allah, Dich mit mehr Geduld auszustatten!
____________________________________________________________________________________________
Wie Du Deine Standhaftigkeit verbessern kannst
- Das Verrichten der fünf täglichen Pflichtgebete verschafft Dir einen geregelten Tagesablauf.
Das gewohnte Befolgen dieser Ordnung verleiht Dir Standhaftigkeit gegenüber den Dingen, die Dich davon ablenken wollen. - Das freiwillige Fasten außerhalb des Monats Ramadan hilft Dir Deine Begierden zu kontrollieren und steigert Deine Geduld, weil Du bis zum Sonnenuntergang ausharren musst, um die erlaubten Dinge wieder genießen zu können.
- Anderen Menschen zu vergeben und sie gut zu behandeln, auch wenn sie Dir Schlechtes angetan haben, ist ein Mittel zur Steigerung Deiner Geduld.
Die Geduld (Teil II) Oktober 23, 2009
Posted by lebedenislam in Akhlaq.Tags: Fitna, Jannah, Sabr, Standhaftigkeit
add a comment
“Wer geduldig ist und vergibt: so ist dies gewiss (ein Zeichen) von fester Entschlossenheit.”
(Ash-Shura, 43)
Mit den Geduldigen sind jene gemeint, die gleich zu Beginn einer Prüfung standhaft sind.
Nur in diesem Moment zeichnet sich der geduldige Mensch aus, da seine Standhaftigkeit während der ersten Konfrontation mit einer Prüfung auf die Kontrolle und Standfestigkeit seines Herzens hinweist und damit sein angewandtes Wissen signalisiert.
____________________________________________________________________________________________
“Wahrlich, den Geduldigen wird ein unbegrenzter Lohn gewährt.”
(Az-Zumar, 10)
____________________________________________________________________________________________
Allah lobt die Gläubigen, die in guten wie schlechten Zeiten standhaft im Islam leben:
“Die, wenn ihnen ein Unglück widerfährt, sagen: Wahrlich, von Allah sind wir (geschaffen) und zu Ihm (dem Ort seiner Rechenschaft) kehren wir zurück.
Jenen wird die Vergebung ihres Herrn und Seine Gnade zuteil – und jene sind es, die rechtgeleitet sind.”
(Al-Baqara, 156-157)
____________________________________________________________________________________________
Von Anas (r): “Ich hörte den Gesandten sagen:
‘Allah, der Erhabene, sagt:
Wenn Ich Meinen (gläubigen) Diener an seinen beiden Augen prüfe (indem er erblindet) und er geduldig ausharrt, dann belohne Ich ihn (dafür) mit dem Paradies.’”
(von Al-Bukhari überliefert)
____________________________________________________________________________________________
Der Gesandte Allahs, der Friede und Segen von Allah seien mit ihm, sagte:
“Niemand erhält ein besseres Geschenk als die Geduld.”
(von Al-Bukhari und Muslim überliefert)
____________________________________________________________________________________________
Said fragte den Gesandten Allahs (s): “Welcher Mensch wird der schwersten Prüfung unterzogen?”
Der Gesandte Allahs (s) erwiderte: “Die Propheten, dann die, die nach ihnen kommen, dann die, die nach denen kommen. Der Mann wird gemäß seiner Religion(sstufe) geprüft:
seine Prüfung wird schwer sein, wenn seine Religion standfest ist, und entsprechend (schwächer) ausfallen, wenn in seiner Religion Nachlässigkeit liegt.
Die Prüfung lässt erst dann vom Diener ab, bis er durch sie frei von Sünden auf der Erde umhergeht.”
(von At-Tirmidhi überliefert)
Das Wissen (Teil I) Oktober 23, 2009
Posted by lebedenislam in Für Muslime.Tags: 'Ilm, Fitna, Gebet, Unwissenheit
add a comment
Der Mensch wird am Tag der Auferstehung für seine Taten, d.h. Aussagen wie Handlungen, zur Rechenschaft gezogen werden.
Der Gläubige ist verpflichtet, die religiösen Handlungen zu verrichten und sich und andere vor Sünden zu schützen bzw. diese zu vermeiden!
Dieses grundlegende Prinzip, für sich selbst wie auch für Mitmenschen, das Gute zu gebieten und das Schlechte zu verbieten, beschreibt den wertvollen Charakter, mit dem ein Muslim beschrieben werden kann und den er zu erreichen bestrebt ist.
Menschen machen Fehler, auch Gläubige, und teilweise sehr schwerwiegende.
Das Ziel einer einwandfreien Lebensführung erfordert ein hohes Maß an Disziplin, Engagement und Leistung.
Vielseitige Widerstände, die das Leben immer wieder bereithält, erschweren den Weg, dieses zu erreichen.
Notwendige Grundlage, um im islamischen Sinne richtig zu handeln, ist daher das Wissen über die Regeln und Urteile – damit fängt die Arbeit an!
“Aus eurer Mitte soll eine Gemeinschaft (von Wissenden) entstehen, diezum Guten aufruft, das Rechte gebietet und das Verwerflicheverbietet…”
(‘Ali ^Imran, 104)
__________________________________________________________________________________
Der Quraninterpret Abu Hayyan Al-Andalusi (verst. 754 d.H.) schreibt in seinem Werk
‘An-Nahru-l-Mad’ hinsichtlich dieses Verses:
“Mit der Gemeinschaft sind jene angesprochen, die fähig sind, das Rechte zugebieten und das Verwerfliche zu verbieten, nämlich diejenigen, die Wissen über das Rechte und das Verwerfliche besitzen.”
__________________________________________________________________________________
Wie soll der Unwissende hier angesprochen sein oder dies auch nur in Angriff nehmen können?
Womöglich gebietet er das Verwerfliche und verbietet das Rechte.
Ibn Rislan schreibt in seinem bekannten Werk ‘Matnu-z-Zubad’:
“…und bei jedem der unwissend handelt sind die Handlungen unvollständig und zurückzuweisen.”
Wissen ist daher eine Voraussetzung für richtige und sichere Ausführung von Handlungen und Aussagen!
__________________________________________________________________________________
